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UEBER GEOFFREY D. MAITLAND UND DAS
MAITLAND-KONZEPT

Geoffrey Douglas Maitland wurde 1924 in Adelaide, Australien geboren. Während des Zweiten Weltkrieges
diente er in der australischen Luftwaffe (RAAF) und ließ sich anschließend von 1946-49 als
Physiotherapeut ausbilden.
Seine erste Stelle trat er am Royal Adelaide Hospital und am Adelaide Childrens Hospital, an, wo er sein
Interesse an orthopädischen und neurologischen Störungen entwickelte. Später arbeitete er Halbtags im
Krankenhaus und Halbtags in seiner Privatpraxis.
Nach einige Jahren vertauschte er seine Krankenhaushalbtagstelle gegen einen Lehrposten an der heutigen
Universität von Südaustralien. Er führte seine privaten Studien fort und verbrachte regelmäßig einen
Morgen pro Woche in der Barr-Smith Library und in der ausgezeichneten medizinischen
Universitätsbibliothek von Adelaide.
Als Lehrer betonte er die Bedeutung des klinischen Untersuchens und Befundens. Er ermutigte seine
Schüler dazu, von Anfang an Behandlungsverlaufsberichte zu schreiben. Er war überzeugt davon, dass man
sich selber zu Papier bringen müsse, um seine Handlungen analysieren zu können. 1954 begann er mit, da
Manuelle Therapie zu unterrichten.
1961 erhielt er die Auszeichnung eines Studienfonds, die es ihm ermöglichte, mit seiner Frau Anne auf
Studienreise zu gehen. Er besuchte Osteopathen, Chiropraktiker, Ärzte und Physiotherapeuten, von denen
er gehört oder gelesen hatte. Mit einigen von ihnen hatte er in vorhergehenden Jahren korrespondiert.
In London führte er interessante Diskussionen und klinische Austausch mit James Cyriax und dessen Team.
Auf dieser Reise begann auch seine Freundschaft mit Gregory P. Grieve. In den kommenden Jahren
unterhielten sie eine ausgedehnte Korrespondenz über ihre klinischen Erfahrungen.
1962 schrieb Geoff Maitland eine Abhandlung mit dem Titel The Problems of Teaching Vertebral Manipulation für
Australiens Physiotherapiegesellschaft. Darin präsentierte er eine klare Unterscheidung zwischen
Manipulation und Mobilisation. Er wurde zum leidenschaftlichen Verfechter der sanften passiven
Bewegungen bei Schmerzbehandlungen, zusätzlich zu den mehr traditionellen kraftvollen Techniken zur
Vergrößerung des Bewegungsausmaßes.
Geoff Maitland war der Verfasser zahlreicher Artikel für das Australian Journal of Physiotherapy und
andere medizinische und physiotherapeutische Zeitschriften weltweit. 1964 kam seine Arbeit schließlich
als Erstausgabe unter dem Titel Vertebral Manipulation heraus. Eine zweite Ausgabe folgte 1968. Zwei
Jahre später wurde Peripheral Manipulation veröffentlicht.
Mehr als 40 Jahre lang hat Geoff Maitland neben seiner Lehrtätigkeit und seinen Veröffentlichungen
Patienten in seiner Privatpraxis behandelt. Für ihn war die klinische Arbeit nicht nur eine Quelle der
Inspiration sondern auch eine Möglichkeit, seine Ideen anzupassen.
1965 wurde einer seiner Wünsche Wirklichkeit, als der erste dreimonatige Kurs in
Wirbelsäulenmanipulation in Adelaide abgehalten wurde. Heute ist daraus ein Masters degree Kurs an
der Universität Australiens geworden.
Geoff Maitland war einer der Mitbegründer der International Federation of Orthopaedic Manipulative
Therapists (IFOMT), einem Zweig der World Confederation of Physiotherapy (WCPT).
Als er 1978 einen seiner ersten europäischen Kurse in Bad Ragaz abhielt, erkannte er während Diskussionen mit
Dr. Zinn, dem Direktor der Klinik und des Fortbildungszentrums in Bad Ragaz, dass seine Arbeit und
seine Ideen in Wirklichkeit ein spezifisches Gedanken- und Handlungskonzept darstellen, und nicht nur
eine Methode zur Anwendung von Manipulationstechniken sind.
Das Maitland-Konzept der manuellen Therapie, wie es bekannt wurde, betont eine spezifische Denkweise,
eine Art der Untersuchung der ständigen Evaluation (wissen wann, warum und wie eine Technik angewandt
wird, um diese der individuellen Situation des Patienten anzupassen).
Geoff Maitland ist Mitglied zahlreicher Berufsorganisationen und erhielt mehrere Auszeichnungen.
1992 wurde in Zurzach, Schweiz, die International Maitland Teachers Association (IMTA) gegründet.
G.D.Maitland war Gründungsmitglied und ihr erster Präsident.
All seine Arbeit wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung seiner Frau Anne, die Mutter seiner zwei
Kinder John und Wendy. Anne ist nicht nur verantwortlich für den Großteil der graphischen Darstellungen
in seinen Publikationen, sie überarbeitete Notizen und Manuskripte und nahm viele seiner Kurse auf
Video auf. Seit ihrer ersten Begegnung in England während des Zweiten Weltkrieges sind die beiden
praktisch unzertrennlich.
Geoff Maitlands Arbeit ist der Grundlage für die Entwicklung aktuellen Definitionen und
Beschreibungen des physiotherapeutischen Prozesses. Die große Stärke des Maitland-Konzeptes liegt in
der Disziplin des ständigen Feedbacks. Das bleibt Konzept ist lebendig, entwickelt sich weiter und
weitet sich aus.
Übersetzt und adaptiert aus Maitlands Vertebral Manipulation, Maitland G.D., Hengeveld E., Banks K., English
K.Butterworth, Heinemannn, Oxford, 2001 |
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